Bernsteinzimmer

BernsteinzimmerDas ursprüngliche Bernsteinzimmer wurde im Auftrag des ersten Preußenkönigs Friedrich I. gebaut. Es handelt sich dabei um einen Raum, dessen Wandverkleidungen ausschließlich aus Bernsteinelementen bestehen. Ursprünglich war das Bernsteinzimmer im Berliner Stadtschloss eingebaut, bis es der preußische König Friedrich I. im Jahre 1716 an den russischen Zaren Peter den Großen verschenkte. Somit befand sich das wertvolle Zimmer fast zwei Jahrhunderte lang im Katharinenpalast in Zarskoje Selo bei Sankt Petersburg. Ab dem Jahre 1942 hat man das Bernsteinzimmer in das Königsberger Schloss überstellt, wo es einige Jahre ausgestellt war. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges ist das kostbare Zimmer jedoch verschollen und bis heute nicht mehr gefunden worden.

Da das Bernsteinzimmer von immenser Bedeutung war, hat man es sich zur Aufgabe gemacht, eine originalgetreue Nachbildung des Zimmers zu konstruieren. Die Nachbildung befindet sich seit 2003 im Katharinenpalast, etwa 25 Kilometer südlich von Sankt Petersburg.

Der Entwurf des Bernsteinzimmers stammt von dem Architekten und Bildhauer Andreas Schlüter. Wie einleitend bereits erwähnt handelt es sich beim Bernsteinzimmer um einen Raum, dessen komplette Wandvertäfelung aus Bernstein besteht. Später wurde es auch als das „achte Weltwunder“ bezeichnet.

Der russische Zar Peter der Große war ganz entzückt, als er das Bernsteinzimmer im Rahmen seines Besuches in der preußischen Residenz des „Soldatenkönigs“ zum ersten Mal sah. Es vollzog sich ein Austausch von Geschenken und Gaben zur Besiegelung einer Allianz, Zimmer gegen Soldaten mit Gardemaß. In diesem Zuge ging das Bernsteinzimmer in den Besitz des russischen Zaren über. Die Tochter des Zaren, Zarin Elisabeth, ließ das Bernsteinzimmer vorerst in Sankt Petersburg im Winterpalast aufbauen, erst einige Zeit später wurde das Zimmer in den Katharinenpalast in Zarskoje Selo verlegt und dort installiert. Der italienische Architekt, Bartolomeo Francesco Rastrelli, der im Dienste des russischen Zarenhofes stand, wurde damit beauftragt, das Bernsteinzimmer zu erweitern. Infolgedessen brachte er das Zimmer durch das Einfügen von sogenannten Spiegelpilastern und vergoldeten Schnitzereien in die endgültige Größe.

Sein Schicksal fand das Bernsteinzimmer, wie bereits erwähnt, während des Zweiten Weltkrieges, als der Katharinenpalast im Jahre 1941 von der Wehrmacht als Wohnunterkunft beschlagnahmt wurde. Den Sowjets ist es nicht gelungen, die Bernstein-Wandtafeln rechtzeitig zu evakuieren. Die Tafeln konnten genau genommen nur durch Tapeten abgedeckt werden. Am 14. Oktober desselben Jahres hat der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg den Auftrag erteilt, das Bernsteinzimmer unter stetiger Aufsicht von Rittmeister Graf Solms-Laubach und Hauptmann Dr. Georg Poensgen abzubauen. Dies geschah innerhalb von 36 Stunden. Fazit: Das Bernsteinzimmer befand sich ab sofort in 27 Kisten verpackt und wurde sofort nach Königsberg, wo Teile des Zimmers im Königsberger Schloss ausgestellt wurden, gebracht. Nach einem Brand im Ausstellungsraum im Jahre 1944, in welchem sich das kostbare Bernsteinzimmer befand, hat man die Wandverkleidung demontiert und vermutlich in Kisten im Keller des Schlosses verstaut. Sechs Sockelverkleidungen sind zudem durch zwei englische Luftangriffe auf Königsberg Ende August des Jahres 1944 beschädigt worden. Seit 1945 ist das Bernsteinzimmer vollständig verschollen und nicht mehr auffindbar.

Über den Verbleib des Bernsteinzimmers gibt es eine Vielzahl an Behauptungen und Vermutungen – sowohl in literarischen Werken als auch im Internet. In der einschlägigen Literatur werden unzählige Orte genannt, an welchen das Bernsteinzimmer verborgen sein soll. Bisher konnte das Zimmer nicht ausfindig gemacht werden. Jenes Faktum, das auf jeden Fall hundertprozentigen Wahrheitswert aufweist, ist, dass das Bernsteinzimmer das letzte Mal in Königsberg gesehen worden ist. Berichten und Erkenntnissen der beiden britischen Forscher Adrian Levy und Catherine Scott-Clark soll das Bernsteinzimmer im Jahre 1945 vollständig verbrannt sein. Diese These gehe aus bestimmten Archivdokumenten hervor, wird jedoch vermehrt angezeifelt und gilt laut dem heutigen Wissensstand als widerlegt.

Weiters sei erwähnt, dass es während des Zweiten Weltkrieges zu Diebstählen von einzelnen Stücken des Bernsteinzimmers gekommen ist – dies jedoch unter unerklärlichen und bislang merkwürdigen Umständen. Diesbezüglich kann auf das Faktum geschlossen werden, dass eine Kommode sowie ein Steinmosaik im Jahre 1997 in Deutschland gefunden wurden. Diese beiden Fundstücke, die zu den Originalteilen des echten Bernsteinzimmers zählen, wurden von der deutschen Bundesregierung an Russland zurückgegeben.

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